CROWDINVESTING - EINE STEUERLICHE BETRACHTUNG

21. November 2018 | Finance, Immobilien,

Crowdinvesting - eine steuerliche Betrachtung

 

Das Thema Crowdinvesting für Immobilien gewinnt immer mehr an Bedeutung - und das zurecht. Es war noch nie so einfach, wie heute in Immobilien zu investieren.

Mit Crowdinvesting können Anleger/innen ihr Investmentportfolio ganz einfach erweitern und sich an ausgewählten Immobilienprojekten von professionellen Projektenwicklern beteiligen. Dennoch stellt die steuerliche Behandlung von Crowdinvesting für Immobilien für viele Investor/innen noch immer ein großes Fragezeichen dar. Wie schaut die steuerliche Behandlung aus? Müssen Einkünfte aus Crowdinvesting, wie beispielsweise jährliche Zinszahlungen versteuert werden?

Hier ein kurzer Überblick:

Zinseinnahmen aus Crowdinvesting Projekten sind für natürliche Personen mit Wohnsitz in Österreich gemäß §27 Abs.2 Z2 EStG einkommenssteuerpflichtig. Sie sind somit als Einkünfte aus Kapitalvermögen in der Einkommenssteuererklärung anzugeben. Da die Zinsausschüttungen aus Nachrangdarlehen nicht endbesteuert werden, müssen Crowdinvestoren die Zinseinkünfte selbstständig in die Einkommenssteuererklärung aufnehmen. Sie werden mit dem persönlichen Einkommenssteuertarif (0%-50%) versteuert.

Wichtig anzumerken ist, dass bei Einnahmen aus Crowdinvesting-Nachrangdarlehen der sogenannte Veranlagungsfreibetrag gem. §41 Abs. 1 EStG zur Anwendung kommt. Grundlegend bedeutet das, dass Einkünfte bis EUR 730,00 steuerfrei sind. Dies ist vor allem für Angestellte von Interesse. Österreichische Crowdinvestoren können neben dem Angestelltenverhältnis bis zu EUR 730,00 jährlich dazu verdienen, ohne eine Einkommenssteuererklärung abgeben zu müssen. Erst wenn zusätzliche Einnahmen zum Angestelltenverhältnis jenen Betrag übersteigen muss eine Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

Anders sind die gesetzlichen Bestimmungen, wenn Investments als österreichische Kapitalgesellschaft getätigt werden. In diesem Fall unterliegt der Zinsertrag den normalen körperschaftsteuerlichen Regelungen.

Als weiterführende Lektüre empfehlen wir den sehr umfangreichen Guide des Bundesministeriums für Finanzen. (https://www.bmf.gv.at/services/publikationen/Steuerbuch2018-de-Barrierefrei.pdf?69bcc5)

Für steuerrechtliche Detailfragen wenden Sie sich bitte an Ihre/n Steuerberater/in.