GESCHICHTE DES CROWDFUNDING UND CROWDINVESTING

23. Juli 2019 | Finance, News, Immobilien,

SEIT WANN GIBT ES CROWDFUNDING UND CROWDINVESTING?

 

Zu Beginn trennen wir die beiden thematisch sehr verwandten Begriffe – Crowdfunding und Crowdinvesting. Crowdfunding kann entweder auf Spenden basieren oder auf Gegenleistung symbolischer Art aufbauen. Spendenbasiertes Crowdfunding baut, wie der Name schon verrät, auf einen altruistisch-caritativem Ansatz der Crowd auf. Im Zentrum steht die Umsetzung eines Projektes, das rein in Konzeptform existiert und zu dessen Umsetzung die finanzielle Unterstützung der Crowd benötigt wird. Gegenleistungsbasiertes Crowdfunding verspricht seinen Unterstützern eine symbolische Gegenleistung, die auf vielerlei Art und Weise erfolgen kann. Bei Musikprojekten können die Unterstützer auf signierte CDs oder LPs hoffen, bei Bücherprojekten bekommen die Unterstützer eine Kopie des fertigen Buches oder eine namentliche Erwähnung im selbigen. 

 

Den Gegensatz dazu bildet Crowdinvesting, wo sich eine große Anzahl von Personen zusammenschließt um ein Unternehmen (meistens ein Start-Up) oder Projekt (hier hat sich seit Jahren ein stetiger Trend mit dem Fokus auf Immobilien und Energiebereich etabliert) finanziell zu unterstützen und im Gegenzug dazu eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals erhält. Das eingesetzte Kapital wird bei Projekterfolg am Ende der Laufzeit rückgeführt. 

 

Nach der thematischen Eingrenzung werden im weiteren Verlauf einige historische Projekte vorgestellt, die verdeutlichen werden, dass Crowdfunding kein Kind des digitalen Zeitalters ist.

 

-)Mozart 

 

Der berühmte Musiker verfasste 1783 eine Aufforderung an ein ausgewähltes Publikum in der er seinen Spendern, im Gegenzug für die Finanzierung von drei Pianokonzertaufführungen, den exklusiven Zugang zu den Notenmanuskripten versprach. Jedoch scheiterte er bei seinem ersten Versuch. Ein Jahr drauf versuchte er es noch einmal und die Kampagne war erfolgreich. 

 

-)Stephansdom

 

Die Errichtung des Wiener Wahrzeichens erfolgte, entgegen der verbreiteten Meinung, größtenteils durch die Bemühungen und Spenden der Wiener Bevölkerung und nicht durch die Zuwendungen der Landesfürsten, die natürlich auch eine große Rolle gespielt haben, an dieser Stelle ist besonders Rudolph IV. „der Stifter“ hervorzuheben. So weist die Finanzierung der Errichtung des Domes starke Parallelen mit Crowdfunding auf. Die Wiener spendeten fleißig für ihren „Steffl“ und viele bedachten, in der Hoffnung auf Seelenheil nach dem Tode, den Dom in ihren Testamenten. Zu dem gab es eine Art des rewardbasierten Crowdfundings in der Wiederaufbauphase des Stephansdoms nach dem Ende des zweiten Weltkrieges - die berühmte "Dachziegelaktion".  

 

-)Freiheitsstatue

 

Eines der berühmtesten Wahrzeichen der Welt verdankt seine Fertigstellung dem Spendenaufruf des berühmten Herausgebers Joseph Pulitzer in seiner damaligen Zeitung The New York World; nachdem dem mit der Errichtung des Denkmals betrauten American Committee  of the Statue of Liberty kurz vor dem Bauabschluss das Geld ausgegangen war. Die fehlenden $100.000 für die Fertigstellung der „Lady Liberty“ wurden von der Crowd innerhalb von fünf Monaten aufgestellt, wobei die überwältigende Mehrheit der Spenden weniger als einen Dollar ausmachte.