DAS MAGISCHE DREIECK

30. Oktober 2019 | Finance, Ideen, Immobilien,

Das magische Dreieck 

 

Bei finanziellen Veranlagungen privater oder auch institutioneller Natur kommt nicht selten eine Formel zum Einsatz, die bestens das gesamte Spannungsfeld des Anlegerverhaltens wiederspiegelt. Das „magische Dreieck“. Diese Formel hilft dem Anleger seine Investmentziele besser zu definieren und auf diesem Weg ein möglichst ausgeglichenes Portfolio anzulegen. Außerdem hilft die Formel dabei, die gesamte Bandbreite der Investitionsmöglichkeiten zu ergründen und auszunutzen.  

 

Die jeweiligen Ecken des Triangels stehen dabei für eines der drei Hauptziele des Anlegers:

 

Rentabilität: Jeder von uns möchte sein hartverdientes Geld möglichst ertragreich anlegen und dabei hohe Zinsen und Erträge erreichen, mögliche Kursveränderungen werden auch zur Rentabilität gezählt. Rentabilität beschreibt das Verhältnis zwischen dem eingesetzten Kapital und dem möglichen Ertrag aus dieser Investition über eine festgesetzte Zeitspanne. 

Sicherheit: Ebenso wichtig bei jeder Veranlagung ist es sich gründlichst über mögliche Verlustrisiken zu informieren und erst anhand dieser Informationen seine Entscheidung zu fällen. Hier steht der Kapitalerhalt im Fokus. Eine hervorragende Strategie hier ist die Diversifizierung des Vermögens auf mehrere Finanzprodukte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. 

Liquidität: Das wichtigste Merkmal hier ist, wie schnell sich Ihre Vermögensanlage wieder zu Bargeld oder Bankguthaben umwandeln lässt. Nicht minder wichtig ist es sich einen guten Polster anzulegen, um mögliche unvorhergesehene finanzielle Engpässe überstehen zu können. 

 

Das Adjektiv „magisch“ ist bereits ein Indikator dafür, dass sich ein absolutes Gleichgewicht aller drei der oben beschriebenen Merkmale NICHT erreichen lässt. Daher ist immer Vorsicht angebracht, wenn es um die Anlage Ihres Vermögens geht. Sobald sich der Anleger zu sehr auf eines der drei Ziele konzentriert, muss er automatisch Abstriche, entweder bei einem oder gleich bei beiden anderen Zielen machen.  

 

Anhand von zwei Beispielen lässt sich sehr schnell veranschaulichen, wie das Spannungsverhältnis der drei Fokusse genau aussieht:

 

Hohe Sicherheit und Liquidität bei niedriger Rentabilität entsprechen dem klassischen Sparbuchsparer. Während die Sicherheit durch die Einlagensicherung gegeben ist und das Geld am Sparbuch jederzeit verfügbar ist, lassen sich die Zinsen am Sparbuch eventuell genau durch die Inflationsrate decken. 

Hohe Sicherheit bei hoher Rentabilität und niedriger Liquidität ist das Scenario für Vorsorgewohnungsbetreiber. Diese profitieren von grundbücherlichen Sicherung ihrer Investition und überdurchschnittlichen Rendite in Form der Mieterträge, müssen aber in Kauf nehmen, dass das eingesetzte Kapital nicht sofort zur Verfügung steht, sollte man sich dafür entscheiden sich aus der Investition zurückzuziehen. 

Sollte ein Produkt alle drei Kriterien des Dreiecks gut oder nahezu perfekt abdecken, so ist das angepriesene Produkt ein wandelndes Oxymoron der Finanzwelt und spätestens da sollten die Alarmglocken sehr laut zu klingeln beginnen. Daher liegt vielen Sicherheitsbestrebungen des Gesetzgebers der Wille zu Grunde, den Anlegern vor Versprechen von hoher Rendite bei minimalem Risiko und sofortiger Verfügbarkeit des eingesetzten Kapitals zu schützen. Ein gutes Qualitätsmerkmal des Anbieters ist der explizite Verweis auf mögliche Verlustrisiken in diversen Informationsblättern