DEMOGRAFIE AM IMMOBILIENMARKT

3. September 2019 | Ideen, Immobilien, News,

 

Im Zentrum der zukünftigen Nachfrage nach Immobilien wird stets der Mensch, mit all seinen bleibenden und verändernden Lebens- und Arbeitsbedingungen, bleiben. Da der Mensch jedoch ein soziales Wesen ist, wird er auch immer Teil eines Organisationsgefüges bleiben. Einen Teil dieses Gefüges bildet der Immobilienmarkt.

 

Die Demografie hat sowohl in qualitativer wie auch in quantitativer Hinsicht maßgeblichen Einfluss auf die Wertentwicklung von Immobilien.

 

Die Hauptaspekte der demografischen Tendenzen in der Gesellschaft bleiben der natürliche Bevölkerungszuwachs, die Alterung der Gesellschaft und die Zuwanderung, gemeint sind sowohl der internationale Zuzug, als auch die Binnenwanderung. Das Resultat dieser Entwicklungen ist die steigende oder fallende Nachfrage nach Wohnfläche. Den Prognosen der Statistik Austria zufolge wird sich die demografische Situation in den östlichen Bundesländern Richtung anhaltenden Zuwachses entwickeln, insbesondere in und nahe großer Ballungsräume (z.B. Wien, Schwechat, etc.)

 

Eine wesentliche Determinante der zukünftigen Preisentfaltung ist aber nicht ausschließlich die Anzahl der Einwohner, sondern die Anzahl der Haushalte. Und hier spielt die Entstehung neuer Wohnkonzepte, wie Serviced Apartments und Micro-Living, aber auch die Gesamttendenz zu Ein- und Zweipersonenhaushalten,eine wesentliche Rolle. Verantwortlich dafür ist die Entstehung neuer Wertvorstellungen und Lebenskonzepte – Young Professionals und „junge Alte“ können an dieser Stelle besonders hervorgehoben werden. Weil genau diese Gruppen für die derzeit anhaltende Tendenz zu kleingeschnittenen Wohneinheiten verantwortlich sind, da eben diese Gruppen einfach weniger Bedarf an Wohnfläche aufweisen.

 

Eine weitere Tendenz hin zu kleingeschnittenen, funktionalen Wohneinheiten ist natürlich die durchschnittliche Familiengröße. Hier gibt es ganz gravierende demografische Verschiebung zu kleinen Familien aufgrund des höheren Bildungsgrades und besserer medizinischer Versorgung.

 

Auf der Seite der veränderten Wertevorstellungen ist die höhere geografische Mobilität auszumachen, die als weiterer wichtiger Grund für die Entwicklungen am Immobilienmarkt auszumachen.

 

Das geänderte Konsumverhalten nach Geburtskohorten findet auch ihren Niederschlag in der Wohnsituation, da die heutigen Rentnerjahrgänge durchschnittlich über ein höheres Realeinkommen und höhere Vermögen verfügen, was sich entsprechend auf ihre Wohnbedürfnisse und Konsumpräferenzen auswirkt. Außerdem weisen diese Bevölkerungsgruppen eine höhere Affinität zu Anlageinvestitionen auf, die sie vor allem für Nachkommen und ein zusätzliches Passiveinkommen tätigen.

 

Der Einfluss der Demografie und Ihrer laufenden Veränderung auf den Immobilienmarkt ist enorm und neben dem Veranlagungsdruck von institutionellen Investoren der Preistreiber der letzten Jahre. Deshalb ist es wichtig die zukünftigen Veränderungen in der Bevölkerung und ihrer Gewohnheiten zu beobachten und die Produkte entsprechend anzupassen. Gewohnt werden muss immer, die Frage ist nur wie.